Sonntag, 13. Dezember 2009

Weihnachts-War

Ich war Samstag in der Innenstadt. Ich musst da durch, weil ich zum Bushof wollte. Liegt es daran, das ich älter werde? Oder wird das wirklich jedes Jahr schlimmer?


Mitten in der Fussgängerzone stand dann so ein Mann, mit einer Plaste-Schale vor sich und nestelte an einem kleinen Plastikkasten rum. Ich fragte mich ernsthaft, welche kreative Bettelidee der wohl am Start hatte, musst aber meinen Bus bekommen..

Wie wir ja alle wissen, wird die deutsche Wirtschaft auch am Hindukusch verteidigt. Das weiter Durchschlagen Richtung Bushof zeigte aber deutlich, das der deutsche Einzelhandel nach wie vor in der heimischen Fussgängerzone verteidigt wird. Mit Nato-Unterstützung aus den Niederlanden, Belgien, Frankreich und England. Ich denke, das, was im Moment in den Innenstädten passiert kann durchaus auch als kriegsähnliche Kriesensituation bezeichnet werden.

So in Gedanken über die Besinnlichkeit der Weihnachtszeit, diese Phase des alljährlichen stillen in-sich-gekehrt-seins, erkannte ich, das der Plastikkasten ein Stimmgerät war. Im selben Moment schmetterte der vermeintliche Bettler hinter mir ein stimmgewaltiges "Stille Nacht" in die Einkaufsstraße. Ich hoffe, ich tue dem guten Mann nicht völlig unrecht, wenn ich in ihm einen unglaublichen Zyniker sehen.

Geschenke

Die Weihnachtszeit ist einfach furchtbar stressig, ungerecht, blöd und überhaupt. Ich hab noch 10 Tage und immer noch keinen Plan, was ich schenken soll. Geschweige denn, wann ich diese dann kaufen kann. Das Hauptproblem ist aber eher das "WAS?". 

Eltern können da immer diese gemeine Trumpfkarte spielen. "Sag mal, was wünscht du dir eigentlich zu Weihnachten?" Verdammt.. Alles, was ich mir wünsche ist entweder zu teuer oder zu abgefahren. Jetzt muss ich also nicht nur für meine Lieben überlegen, sondern auch noch für mich mit. Andersrum funktioniert das ja nicht. Frag ich meine Mutter, was sie sich wünscht, bekomme ich eh als Antwort "Du brauchst mir nichts schenken."

Mit der Partnerin vereinbart man, wie jedes Jahr, sich nichts zu schenken. Trotzdem werden dann doch wieder beide etwas haben, weil keiner ohne Kleinigkeit darstehen will, falls der andere doch was besorgt haben sollte. Der Kreis schliesst sich, kein Entkommen. Schon spannend, das man sich in Beziehungen so sehr vertraut, das man sich nichteinmal darauf verlassen kann, das der andere auch nichts besorgt.

Vielleicht werde ich einfach mal meine Rollenspieler-Ambitionen rauskehren und ein paar ISBN-Nummern auswürfeln und diese blind bei Amazon bestellen. Das wären wenigstens mal kreative Geschenke.

Dienstag, 8. Dezember 2009

Beobachtung zur Weihnachtszeit

Ich stelle fest, die Anzahl der Farben in der Weihnachtsbeleuchtung, sowie die Frequenz mitder selbige blinkt scheint in einem direkt reziproken Verhältniss zum gesellschaftlichen Status ihres Besitzers zu stehen.

Wobei ein Gang durch die Wohngebiete unserer Städte, besser noch, die Wohngebiete der Randdörfer um den Städten unter dieser Prämisse nahelegt, das unsere Gesellschaft wirklich kurz vor dem Untergang zu stehen scheint. Zumindest wird das blinken jedes Jahr schlimmer.

Und aufblasbare Riesen-Weihnachtsfiguren. Wobei, entweder wird der Trend nächstes Jahr noch schlimmer (durch aggresive Produktplazierung), oder das sind schon die Abverkäufe von Ladenhütern. In Jülich scheint der Kleingastronomenverband aber eindeutig Rabatt bekommen zu haben. Anders kann ich mir nicht erklären, das auf den vielleicht 500 Metern der Großen Rurtalstraße direkt 5 typgleiche 3 Meter Weihnachtsmänner ihren linken Arm vor Döner-, Fritten- und Pizzaläden gehn Himmel recken. Ich war entäuscht. Irgendwo muss der sechste aus dem Halb-Dutzend-Pack sein..

Mein Lieblingsbeispiel befindet sich dieses Jahr aber in Mariadorf. Die einzig passende Beschreibung für die Zustände dort ist: "Schau mal, Weihnachten ist ausgebrochen."
Ich würde ja Fotos machen, aber ich hab Angst, schon so irgendwelche Persönlichkeitsrechte zu verletzen. Aber es würde mich nicht wundern, wenn noch vor Heiligabend eine AWACS-Besatzung auf dem mariadorfer Neumarkt verwirrt ihr Cockpit verlässt.

Die Alternative ist ja, das die Menschen einfach nur geschmacklich verwirrt sind, unabhängig ihres Sozialstatus. Eine Vorstellung die mich erst recht schaudern lässt..

Montag, 16. November 2009

Gedanken zum Tag

Montag, der 16.11.2009, Memo an mich selber:

Öffentliche Verkehrsmittel:

Technisch habe ich schon lange mit den "optimierten" Fahrplänen abgeschlossen. Pünktlichkeit existiert nur noch in relativen und dehnbaren Zeiträumen, nicht im Sinne von Fahrplänen.

Neue Erkenntniss:

Ein Philanthrop werd ich wohl eh nicht mehr werden, aber die öffentlichen Verkehrmittel erzeugen darüber hinaus noch ein nicht vernachlässigbares Niveau an Kulturpessimismus.


Schlussfolgerung:

Der Versuch, den Planeten durch Bus- und Bahnfahren retten zu wollen ist zum scheitern verurteilt. Je dringender der Wunsch ist, auf den privaten PKW zu verzichten und die Öffis zu nutzen, desto stärker stellt sich die Frage, ob der Planet es Wert ist, gerettet zu werden.


Anmerkung:

Der Planet ist es sicher, allerdings bin ich mir auch sicher, das wir ihn nicht kaputt bekommen werden. Nur für uns unbrauchbar. Arroganz des Menschen, sein eigenes Überleben die "Rettung des Planeten (tm)" zu nennen. Sein Aussterben würde den Planeten sicher nachhaltiger retten.

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Karmakoma

Heute mal Technik:

Die neue Ubuntu Distri, der Koala, ist ja nun heute offiziell raus. Also möchte ich, in guter Blog Tradition, meine Erfahrung nach einer Woche mit dem RC bekannt geben.

Der Upgrade lief problemlos, aber ich hab direkt die Chance genutzt, danach mein System komplett neu einzurichten und ein paar alte Zöpfe abzuschneiden. Auch hier, eine problemlose Installation, fast einfacher als noch 9.04. Fast alles lief Out-of-the-Box, lediglich der nvidia Treiber wollte von Hand aktiviert werden und ich habe meine WLan Karte auf den ndiswrapper umgestellt, da sie mit dem doch stabiler und schneller ist.

Aber dann kam das große Erwachen. Das Kommandozeilen-Tool syncevolution, das mein Evolution adressbuch- und kalendertechnisch mit dem großen, weiten Internet, und damit mit meinem Handy, meinem Laptop und meinem MS-System verbindet, verweigerte den Dienst. Der Server war nicht erreichbar.

Anfänglich hatte ich den Server in Verdacht, aber die anderen Systeme (Handy, Laptop und MS) hatten keine Probleme mit dem Datentausch. Also hab ich eine Woche lang gebastelt und Workarounds über Thunderbird genutzt. Dort funktionierte die Synchro. Gestern bin ich endlich über Lösung gestolpert. Die Bibliothek, die für das Tool die Netz-Kommunikation übernimmt, wollte die gerne über IPv6 machen, das führte aber wohl zu Timeouts. Nachdem ich Ubuntu verboten habe IPv6 zu benutzten läuft nicht nur mein Internet schneller, ich kann auch wieder sychnronisieren.

Dienstag, 27. Oktober 2009

Helden bei der Arbeibt

Ich versuch ja mich im Moment mit Interviews im Nahverkehr monetär über Wasser zu halten. Oder anders ausgedrückt, ich bekomme Geld dafür, das ich mit Bussen durch die Region fahre und Senioren mir erzählen, warum das Bussystem schlecht ist.

Heute war ich im Zug unterwegs. Und mit mir nicht nur das übliche Zugpersonal, sondern obendrei auch noch vier Aushilfs-Sheriffs. Diese scheinen mit Fangprämie zu arbeiten und, wenn sie nicht gerade Prämien fangen, Hauptberuflich Ehrenvorsitzende des Kleingärtnervereins zu sein.

Ich steh also im Gang, bewaffnet mit Klemmbrett, einem Stapel Interviewbögen, einem Deckblatt mit einer schönen Sammlung an Schaffner-Zangen-Abdrücken und, ganz wichtig, einen Ausweis, der mich als Berechtigter des Verkehrsverbundes ausweist, um den Hals. Und wie ich noch so überlege, wie ich den Fahrgästen klarmachen könnte, das sie ihr Ticket doch bitte noch ein drittes Mal hervor kramen möchten, ranzt mich Don Kontroletti an, er möchte mein Ticket sehen. Der Ausweis alleine reichte ihm da noch nicht, ich solle per Lichtbildausweis zeigen, das ich auch der bin, der ich vorgebe zu sein.

Was ging in seinem Kopf wohl vor? Glaubte der, ich würde die Tour für meinen Kumpel machen, obwohl der eigentlich Angestellter ist? Oder, danach klang seine Begründung eher, ich hätte einen Stapel Blätter bekritzelt und würde Leute befragen, nur um mir eine Zugfahrt zu erschleichen? Ich werd wohl besser nie Kleingärtner..

Fernse gucken

AAAAHHHHHHH!

Ich hab ja lange überlegt, ob ich mein Blog ein "Logbuch einer Reise durch das Land der Bekloppten und Bescheuerten" nennen soll. Vielleicht ist es ja doch eine Option.

Ich war also auf der Suche nach englischer (britischer) Umgangssprache, wollte eine Vokabel nachschlagen und begann mit dict.leo.org surfen. Ja, ich gebe zu, ich bin ein Kommentar-Leser, sogar auf dict.leo.org. Nach ein paar Klicks, war ich dann beim telly, das ich noch kannte. Die Kommentarseite offenbarte mir dann aber deutsche Umgangssprache.. siehe Titel.. FERNSE GUCKEN!

Ich wollte das ja nicht wahr haben und hab es mal gegooglet. Das ist erschreckend. Mein persönlicher Favorit ist im moment der hier. Auch wenn kein Eintrag vorhanden ist.

Gut, meine Orthographie ist sicher auch nicht perfekt. Mehr noch, seit ich weiß, das ich als Deutscher schreiben kann, wie ich will und kein Gesetz mich daran hindert, geh ich mit einigen Wendungen auch etwas lockerer um, aber bitte, FERNSE GUCKEN!

Immerhin, es hätte auch fernsekuken sein können..
vielleicht sollte ich das mal goog.. nein, lieber nicht..