Donnerstag, 29. Oktober 2009

Karmakoma

Heute mal Technik:

Die neue Ubuntu Distri, der Koala, ist ja nun heute offiziell raus. Also möchte ich, in guter Blog Tradition, meine Erfahrung nach einer Woche mit dem RC bekannt geben.

Der Upgrade lief problemlos, aber ich hab direkt die Chance genutzt, danach mein System komplett neu einzurichten und ein paar alte Zöpfe abzuschneiden. Auch hier, eine problemlose Installation, fast einfacher als noch 9.04. Fast alles lief Out-of-the-Box, lediglich der nvidia Treiber wollte von Hand aktiviert werden und ich habe meine WLan Karte auf den ndiswrapper umgestellt, da sie mit dem doch stabiler und schneller ist.

Aber dann kam das große Erwachen. Das Kommandozeilen-Tool syncevolution, das mein Evolution adressbuch- und kalendertechnisch mit dem großen, weiten Internet, und damit mit meinem Handy, meinem Laptop und meinem MS-System verbindet, verweigerte den Dienst. Der Server war nicht erreichbar.

Anfänglich hatte ich den Server in Verdacht, aber die anderen Systeme (Handy, Laptop und MS) hatten keine Probleme mit dem Datentausch. Also hab ich eine Woche lang gebastelt und Workarounds über Thunderbird genutzt. Dort funktionierte die Synchro. Gestern bin ich endlich über Lösung gestolpert. Die Bibliothek, die für das Tool die Netz-Kommunikation übernimmt, wollte die gerne über IPv6 machen, das führte aber wohl zu Timeouts. Nachdem ich Ubuntu verboten habe IPv6 zu benutzten läuft nicht nur mein Internet schneller, ich kann auch wieder sychnronisieren.

Dienstag, 27. Oktober 2009

Helden bei der Arbeibt

Ich versuch ja mich im Moment mit Interviews im Nahverkehr monetär über Wasser zu halten. Oder anders ausgedrückt, ich bekomme Geld dafür, das ich mit Bussen durch die Region fahre und Senioren mir erzählen, warum das Bussystem schlecht ist.

Heute war ich im Zug unterwegs. Und mit mir nicht nur das übliche Zugpersonal, sondern obendrei auch noch vier Aushilfs-Sheriffs. Diese scheinen mit Fangprämie zu arbeiten und, wenn sie nicht gerade Prämien fangen, Hauptberuflich Ehrenvorsitzende des Kleingärtnervereins zu sein.

Ich steh also im Gang, bewaffnet mit Klemmbrett, einem Stapel Interviewbögen, einem Deckblatt mit einer schönen Sammlung an Schaffner-Zangen-Abdrücken und, ganz wichtig, einen Ausweis, der mich als Berechtigter des Verkehrsverbundes ausweist, um den Hals. Und wie ich noch so überlege, wie ich den Fahrgästen klarmachen könnte, das sie ihr Ticket doch bitte noch ein drittes Mal hervor kramen möchten, ranzt mich Don Kontroletti an, er möchte mein Ticket sehen. Der Ausweis alleine reichte ihm da noch nicht, ich solle per Lichtbildausweis zeigen, das ich auch der bin, der ich vorgebe zu sein.

Was ging in seinem Kopf wohl vor? Glaubte der, ich würde die Tour für meinen Kumpel machen, obwohl der eigentlich Angestellter ist? Oder, danach klang seine Begründung eher, ich hätte einen Stapel Blätter bekritzelt und würde Leute befragen, nur um mir eine Zugfahrt zu erschleichen? Ich werd wohl besser nie Kleingärtner..

Fernse gucken

AAAAHHHHHHH!

Ich hab ja lange überlegt, ob ich mein Blog ein "Logbuch einer Reise durch das Land der Bekloppten und Bescheuerten" nennen soll. Vielleicht ist es ja doch eine Option.

Ich war also auf der Suche nach englischer (britischer) Umgangssprache, wollte eine Vokabel nachschlagen und begann mit dict.leo.org surfen. Ja, ich gebe zu, ich bin ein Kommentar-Leser, sogar auf dict.leo.org. Nach ein paar Klicks, war ich dann beim telly, das ich noch kannte. Die Kommentarseite offenbarte mir dann aber deutsche Umgangssprache.. siehe Titel.. FERNSE GUCKEN!

Ich wollte das ja nicht wahr haben und hab es mal gegooglet. Das ist erschreckend. Mein persönlicher Favorit ist im moment der hier. Auch wenn kein Eintrag vorhanden ist.

Gut, meine Orthographie ist sicher auch nicht perfekt. Mehr noch, seit ich weiß, das ich als Deutscher schreiben kann, wie ich will und kein Gesetz mich daran hindert, geh ich mit einigen Wendungen auch etwas lockerer um, aber bitte, FERNSE GUCKEN!

Immerhin, es hätte auch fernsekuken sein können..
vielleicht sollte ich das mal goog.. nein, lieber nicht..

Montag, 19. Oktober 2009

Montag morgen

Da ich mich ja langsam in den normalen Alltag eines normalen Arbeitnehmers mit normalen Arbeitszeiten eingewöhnen sollte, habe ich letzte Woche jeden morgen den selben Bus um die selbe Uhrzeit zum Büro genommen, um ein paar Stunden Zahlen in einen Computer zu hacken.

Dabei habe ich festgestellt, wenn man jeden morgen den selben Bus nimmt, sieht man auch jeden morgen die selben Leute, Leute die vermutlich also dem nachgehen, was ich hoffentlich bald habe, einen geregelten Arbeitstag.

Heute morgen (Montag) war ich aber einen Bus später unterwegs. Montag morgen halt. Interessanterweise waren trotzdem wieder die selben Leute im Bus. Daraus ergeben sich zwei Möglichkeiten:

1) Montag morgen bedeutet einfach, das alle etwas später dran sind und einen Bus später fahren. Das halte ich aber für sehr unwahrscheinlich.. also:

2) Ich bin also doch ein kleiner Truman in meiner eigenen Show und das sind alles Schauspieler ("..ich bin für den Montagmorgen-Zur-Arbeit-Bus-Take eingetragen..").

Da mein Leben aber so unglaublich langweilig ist, das ich den Drehbuchautor direkt feuern würde und meine Sendung mangels Einschaltquoten längst abgesetzt sein müsste, werd ich wohl doch Ockhams Razor bemühen müssen. So unwahrscheinlich es auch ist, Montags sind tatsächlich alle zu spät.

Reactivation

Aus der Rubrik Mal was neues. Ich habe mich entschlossen, das Blog zu reaktivieren. Ideen hab ich eigentlich ja mehr als genug, um es zu füllen, aber immer die Zeit und den Elan, sie auch umzusetzen. Und die Kreativität. Aber gut, schauen wir mal. Das Blog ist hiermit offiziell reaktiviert!

Und gleich im Anschluss fange ich mit dem nächsten Post an. Versprochen...

Dienstag, 3. Februar 2009

Sollwartezeit

Ein Amt mit einem guten Dutzend Sachbearbeitern, einer halben Etage in einem Verwaltungsgebäude, zuständig für geschätzte 250.000 Einwohner, und relativ moderaten Sprechzeiten.

Moderne Büros, jeder Sachbearbeiter hat sein eigenes, mit Lichtampel an der Tür, Rot = besetzt, Grün = (möglicherweise) Eintreten. Jeder Sachbearbeiter hat auch ein Teil des Alphabets.
Leider sind alle Ampeln aus, bis auf eine, die auf Rot steht. Immer. Wessen das ist, ist dabei, aus Sicht des Antragstellers, willkürlich. Die Chancen, den eigenen Sachbearbeiter zu erwischen sind also irgendwas um 7% (ein gutes Dutzend).

Vorrausgesetzt, man bringt genug Zeit mit, um das knappe Dutzend Antragssteller, die vor einem da sind aus zu sitzen.

Ist man bis zu einer grünen Ampel durchgedrungen, hat seinen Antrag abgegeben und alles eingereicht, passiert erstmal drei Monate gar nichts. Außer, dass man, durch Neuaufteilung der Sachgruppen, über drei Schreibtische gereicht wird. Zum Schluss wird man also von einem ganz anderen Sachbearbeiter bearbeitet.

Macht aber nix. Chance, den zu erwischen, bei 7%.
Hat den Nebeneffekt, dass alle mündlichen Erklärungen, Absprachen und Zusicherungen unterwegs verloren gehen.

Macht aber auch nix, Widerspruchsrecht hat man eh nicht, und mündliches ist sowieso mal gar nicht belastbar.

Hauptsache, man meldet sich 14 Tage nach Bekanntwerden einer bevorstehenden Änderung. Das entspricht damit ziemlich genau 6 Öffnungstage, oder einen Urlaubstag, den man zum warten braucht. Um dann drei Monate zu warten, zwei neue Sachbearbeiter kennen zu lernen, nicht belastbares, mündliche Erklärungen zu machen und wieder zu warten.

Tatsache ist, es gibt Studenten, die schneller den Wohnsitz wechseln, als das Amt nachkommt mit der Bearbeitung.

Donnerstag, 29. Januar 2009

Overwatched while traveling

Da meine geschätzte Kollegin diese Rubrik hegt und pflegt, habe ich gedacht, ich kann mir das Thema mal ausleihen.

Ich sitzte also im Zug. Schräg gegenüber hat sich ein älteres Paar niedergelassen. Ihr Alter ist schwer zu bestimmen, versteckt sie es doch unter einer dicken Schicht Makeup, Lippenstift und einer Turmfrisur, die einer Mrs Simpson würdig wäre. Er mit Hütchen, das irgendwie zu klein war, aber doch noch nicht klein genug, um als Clownshut durchgehen zu können.

Der Zugführer verkündet den nächsten Halt, sie bekam es nicht mit, fragte einen jungen Mitreisenden. Ich wurde stutzig, die beiden waren gerade erst zugestiegen, wenn sie die nächste wieder raus müssen, wissen sie es doch wohl, bzw, wissen, das sie noch mindestens eine Station weiter fahren..

Der junge Mann verriet es ihr aber, sie zückte einen Notizblock und schrieb die Haltstelle nieder. Und jede weitere in der nächsten Stunde. Fein säuberlich. Station für Station. Er sass regungslos daneben und wirkte irgendwie wie auf Standby.

Jetzt bin ich mir sicher, sie sind gelandet und unter uns..